
Kronen Zeitung
WIENER „IM FLOW“
Rapid: „Dann haben wir keine Chance auf den Titel“
„Wenn wir damit beginnen, auch nur ein Prozent im Training nachzulassen, haben wir keine Chance auf den Titel“, betonte Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup nach dem dritten Sieg in Folge.
Gerade noch in die Meistergruppe der Fußball-Bundesliga reingerutscht und dort nach zwei Runden plötzlich erster Verfolger von Tabellenführer Sturm Graz: Rapid schnuppert nach dem dritten Sieg in Folge allmählich wieder am ersten Meistertitel seit 2008. „Wie man sieht, ist einiges möglich, es ist extrem knapp oben, wir sind voll im Spiel“, sagte Rapids 1:1-Torschütze Jakob Schöller nach dem 4:2 gegen den LASK. Die Oberösterreicher peilen den ersten Titelgewinn seit 1965 an.
Zweimal 1:0 gegen Salzburg und jetzt den LASK in die Schranken gewiesen. Von einem Zufall kann beim aktuellen Erfolgslauf der Hütteldorfer keine Rede mehr sein. Auch ein früher Rückstand samt haarsträubendem Eigenfehler von Serge-Philippe Raux-Yao nach 30 Sekunden durch einen Treffer von Samuel Adeniran brachte die Hütteldorfer nicht aus der Spur. „Die Reaktion auf das Gegentor war für mich das Highlight im Spiel“, betonte Außenverteidiger Jannes Horn.
„Extremer Fokus auf Standardsituationen“
Da Schöller (3.) nach einem Eckball per Kopf ausglich, war der Fehlstart schnell vergessen. „Wir haben einen extremen Fokus im Training auf Standardsituationen. Wenn es dann so gut funktioniert, ist es überragend“, schilderte Schöller. Mit einem Elfmetertor von Bendeguz Bolla, der die Leistung seines Teams als „großartig“ einstufte, trafen die Wiener ein zweites Mal nach einem ruhenden Ball. Zweimal konnte aber auch aus dem Spiel heraus Glanz versprüht werden. Bolla (33.) nach Horn-Idealzuspiel und Matthias Seidl (85.) trugen sich in die Schützenliste ein.
Nicht nur dabei wurde deutlich, dass die vor Wochen noch vielerorts kritisierte Spielweise von Trainer Johannes Hoff Thorup von Erfolg gekrönt sein kann. Einige Male gelang es den Wienern, sich nach langen Ballstafetten und dank der nötigen Geduld in die entscheidenden Spielzonen zu kombinieren. „Wenn es aufgeht am Platz, merkst du, es hat Hand und Fuß, was der Trainer einfordert. Es ist kein Glück, sondern harte Arbeit“, sagte Horn. Auch Schöller ist dieser Ansicht. „Er verlangt viel, hat eine klare Spielidee. Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt funktioniert es richtig gut.“
Wiener im „Flow“
Hoff Thorup selbst sprach aus spielerischer Sicht von den „20,30 besten Minuten“ seiner Amtszeit. Hervorheben wollte er vor allem das „Mindset“ und den „starken Charakter“ seiner Jungs. Die nahmen zum vierten Mal in den jüngsten fünf Partien drei Punkte mit. „Die Länderspielpause kommt für uns nicht zu einem so guten Zeitpunkt, weil wir in einem Flow sind. Da würdest du am liebsten jeden Tag spielen“, meinte Horn. Sein Trainer stimmte ihm nicht zu. „Ich kann in den Augen sehen, dass einige Spieler ein bisschen müde sind, die Pause ist okay“, sagte der Däne.
Das auch wegen Verletzungsproblemen, Schöller machen etwa einmal mehr muskuläre Probleme im Oberschenkel zu schaffen. „Das muss ich in Zukunft in den Griff kriegen“, sagte der Ex-Admiraner. Am 5. April wartet zu Hause gegen das einen Punkt davor liegende Sturm der Kampf um Rang eins. „Wenn wir damit beginnen, auch nur ein Prozent im Training nachzulassen, haben wir keine Chance auf den Titel“, betonte Hoff Thorup. Seine Spieler sind sich dessen bewusst. „Wir strotzen vor Selbstvertrauen, es macht extrem Spaß, wir ruhen uns jetzt aber nicht aus“, versicherte Horn.
Linzer müssen 2:4 „hinter uns lassen“
Faktum ist, dass die Rapidler aktuell bessere Chancen für Meisterehren haben als die Linzer, die wenige Tage nach dem Cup-Finaleinzug den zweiten Ligarückschlag nach dem 0:0 gegen Hartberg erlitten. „Es gibt noch 24 Punkte, wenn man jetzt was aufgeben würde, wäre es der falsche Weg“, betonte LASK-Coach Dietmar Kühbauer, der kein Typ sei, der „Tag und Nacht die Tabelle anschaut“. Laut Blitz-Torschütze Adeniran habe man „einige Fehler“ gemacht. „Das passiert im Fußball. Wir müssen das hinter uns lassen.“ Das Fehlen des angeschlagenen Mittelfeldmotors Sascha Horvath konnte nicht kompensiert werden.
„Wir haben von der Aggressivität in der ersten Hälfte nicht so gespielt, wie wir es können und unser Spiel nicht wie gewünscht auf den Platz gebracht“, fasste Kühbauer zusammen. Nach der Pause sei die Leistung ohne den verletzt ausgewechselten George Bello zumindest „in Ordnung“ gewesen. Das wird auch am 5. April bei der drittplatzierten Wiener Austria nötig sein. Die Favoritner zogen mit einem hart erkämpften Erfolg in Hartberg um zwei Punkte am LASK vorbei. Dosenöffner war die Rote Karte für Konstantin Schopp in der 38. Minute, kurz vor der Pause schlug Manfred Fischer entscheidend zu.
„Reife“ Austria-Leistung in Hartberg
„Hier haben sich schon einige Mannschaften die Zähne ausgebissen. Ich finde, es war eine reife Leistung von uns, aber natürlich hätten wir den Sack schon früher zumachen müssen“, sagte der Kapitän auf Sky. Sein Trainer Stephan Helm gestand, Schopps Ausschluss habe den „Veilchen“ in die Karten gespielt. Dadurch gelang der erste Erfolg über die Hartberger nach zuvor drei Niederlagen in Folge. „Es ist sehr schwierig hier, Hartberg gibt auf diesem holprigen Boden wenig Räume her. Wir haben eine konzentrierte Leistung geboten“, meinte der Coach.
Hartberg-Betreuer Manfred Schmid haderte mit Schopps Ausschluss („Das war der Schlüssel“), verzichtete aber auf Vorwürfe an den erstmals in der Startformation aufgebotenen Sohn von Ex-TSV-Coach Markus Schopp und lobte seine Truppe. „In der zweiten Hälfte kann ich meiner Mannschaft nur zu Moral und Kampfgeist gratulieren“, sagte der Wiener, der davon ausgeht, dass seine Zukunft in Hartberg in den kommenden ein bis zwei Wochen entschieden sein wird.
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